Speierling

  • Gattung / Art / Sorte: Speierling (Spierling, Sperberbaum, Sperbelbaum, Sporapfel, Spierapfel, Spreigel)
  • Botanischer Name: Sorbus domestica
  • Wuchshöhe: 30 Meter
  • Brusthöhendurchmesser: 1,5 Meter
  • Lebensalter: 400 Jahre

Der Speierling gehört innerhalb der Familie der Rosengewächse zur Gattung der Mehlbeeren. Die verwandte Eberesche (Sorbus aucuparia) besitzt auch sehr ähnliche Fiederblättchen, der Speierling lässt sich fruchttragend jedoch durch seine deutlich größeren Apfelfrüchte leicht unterscheiden. 

Der Speierling wurde seit der Antike als Nahrungsmittel geschätzt. Die Römer sorgten für eine zusätzliche Verbreitung nördlich der Alpen. Sein Verbreitungsgebiet reicht heute von Süd- und Südosteuropa bis Kleinasien und Nordwestafrika.

Die Früchte werden roh oder gegart gegessen. Wenn man die Früchte an einem kühlen Ort lagert, bis sie überreif sind, sollen sie auch roh gut schmecken. Heute werden sie vorwiegend zu Muß und Marmeladen verarbeitet oder vergoren und gebrannt.

Der ausgesprochen tanninreiche Saft noch nicht vollreifer Früchte wird mancherorts bei der Herstellung von Apfelwein in geringen Mengen (1 bis 3 %) zugesetzt. Der so gewonnene klare, haltbare und herbe Apfelwein wird auch verkürzt Speierling genannt und gilt als Spezialität im Frankfurter Raum.

In der Volksmedizin spielten die Früchte wegen ihres Gerbstoffgehalts eine Rolle als Hausmittel bei Magen- und Darmbeschwerden wie Durchfall bzw. Ruhr.

Mit einem Trockengewicht von 0,88 g/cm³ ist es das schwerste europäische Laubholz. Es wird im Werkzeugbau und für den Bau von Musikinstrumenten geschätzt, zum Schnitzen und Drechseln verwendet, sowie als wertvolles Möbel- und Furnierholz unter dem Namen Schweizer Birnbaum gehandelt.

Der Speierling ist als Wildgehölz eine der seltensten Baumarten in Deutschland und wurde 1993 wegen seines rückläufigen Bestandes zum Baum des Jahres gewählt.


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