KlimaWald: Fragen & Antworten

  1. Was sind die Vorteile gegenüber anderen Klima-Projekten?
  2. Was kostet mich so ein Mammutbaum?
  3. Wieviel Bäume sollten zur CO2-Kompensation gepflanzt werden?
  4. Wie ist das Klimaprojekt langfristig sichergestellt?
  5. Warum Mammutbäume?
  6. Wie sieht denn diese CO2-Berechnung für einen Baum aus?
  7. Warum stehen auf meinem KlimaWald-Zertifikat ganz andere Daten?

  1. Was sind die Vorteile gegenüber anderen Klima-Projekten?
  • langfristige Sicherung des Projekts durch gemeinnützige Naturschutz-Organisation
  • Transparenz bis zum einzelnen Baum (Register + Blog)
  • lokales Projekt in Deutschland
  • kein bzw. geringes Länderrisiko sowie politisches Risiko
  • erlebbares und besuchbares Projekt
  1. Was kostet mich so ein Mammutbaum?

Wir nehmen 100 Euro für einen Berg- oder Küsten-Mammutbaum.

Dies beinhaltet nicht nur die Pflanzung des Baums, sondern auch die regelmäßige Pflege, bedarfsweise Wässerung und Ersatzpflanzung bei Verlust. Darüberhinaus auch die Führung des öffentlichen Baumkatasters und KlimaWald-Blogs als Nachweis der Pflanzung und um gesetzlichen Vorschriften nachzukommen.

  1. Wieviel Bäume sollten zur CO2-Kompensation gepflanzt werden?

Natürlich ist der CO2-Ausstoß primär abhängig von der Reisestrecke. Geht’s auf die Balearen verursacht der Flug pro Person etwa eine halbe Tonne CO2 und man erreicht sein Ziel mit der Pflanzung von einem Mammutbaum. Ein Transatlantik-Flug mit etwa 5 t CO2-Emission pro Fluggast entspricht nach unserem Berechnungsmodell exakt einem Baum und um nach Sydney in Australien zu kommen, sind für die etwa 11 t bereits 3 Bäume erforderlich.

Um das „exakte“ Gewicht des zu kompensierenden CO2 zu berechnen, verweisen wir gerne auf die CO2-Rechner des Umweltbundesamts oder von atmosfair, mit denen man auch mehr als nur Flugreisen berechnen kann.

  1. Wie ist das Klimaprojekt langfristig sichergestellt?

Sichergestellt ist dies zunächst durch einen Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 99 Jahren. Zur Sicherung ist darüber hinaus mittelfristig die Übertragung der Grundstücke in eine Stiftung oder einen Fonds geplant, damit eine langfristige Fortführung und Betreuung aller ArtenReich-Projekte gewährleistet werden kann.

  1. Warum Mammutbäume?

Mammutbäume sind Spitzenreiter in der CO2-Speicherung. Sie sind älter und größer als jedes andere Lebewesen auf der Erde. Es sind zwar keine heimischen Bäume, haben jedoch in den letzten 150 Jahren bewiesen, dass sie auch mit unserem Klima gut zurecht kommen und keine einheimischen Arten durch unkontrollierbare Vermehrung verdrängen.

  1. Wie sieht denn diese CO2-Berechnung für einen Baum aus?

Berechnungen zur Kompensation von CO2 gibt es zahlreiche und teilweise sehr komplexe, die natürlich alle eines gemeinsam haben: Es sind theoretische Modellberechnungen, die von bestimmten Parametern ausgehen, die in der realen Welt sicher niemals exakt so vorhanden sein werden.

Dennoch möchten wir diese Tatsache nicht als Ausrede verwenden, um eine Darlegung der wissenschaftlichen Grundlagen zu vermeiden und versuchen uns diesem spannenden Thema einmal mit mathematischen Berechnungen, chemischen Formeln und theoretischen Parametern zu nähern…

Dann stellen wir uns erstmal ganz dumm und fragen uns: „Was macht denn so ein Baum bei der Photosynthese mit dem Kohlendioxid?“ Ganz einfach: Er nutzt die Energie der Sonne und baut mit Hilfe seines Chlorophylls und von Wasser das Kohlendioxid zu leckerem Traubenzucker um. Das bei diesem Umbau entstehende Abfallprodukt Sauerstoff (O2), können wir Menschen zum Leben ganz gut gebrauchen. Die Formel hierfür lautet:

6 CO2 + 12 H2O => C6H12O6 (Traubenzucker) + 6 O2 + 6 H2O

Der Traubenzucker wird wiederum vom Baum verwertet, so dass das Kohlendioxid in Form von Kohlenstoff (C) im Holzkörper dauerhaft gespeichert wird.

Die Hälfte des Holzkörpers besteht aus Kohlenstoff, wenn das spezifische Trockengewicht mit einer Restfeuchte von 12% zugrundegelegt wird. Mit einem Umrechnungsfaktor von 3,67 lässt sich das Gewicht, des im Baum gebundenen atmosphärischen CO2 ermitteln. Dieser Faktor ergibt sich aus dem Verhältnis der molaren Masse von CO2 (44 Gramm pro Mol) zu reinem Kohlenstoff (12 Gramm pro Mol). Verbrennt man Holz, kehrt sich dieser Prozess um und es entstehen aus einer Tonne Kohlenstoff 3,67 Tonnen CO2.

Für die Kohlenstoffspeicherung von Bäumen gibt es Umrechnungstabellen, die je nach Baumart, Baumhöhe und Brusthöhendurchmesser (BHD = Durchmesser bei 1,3 m Höhe) einen Wertebereich liefern. Hier einige Beispiele:

  • Fichte

Baumhöhe 35 m, Alter 100 Jahre, BHD 50 cm. Holzvolumen inklusive Äste aber ohne Wurzeln ca. 3,4 m3. Trockengewicht 1,4 Tonnen, Kohlenstoffanteil 0,7 Tonnen.

Über den Umrechnungsfaktor 3,67 ergibt sich eine CO2-Absorption von 2,6 Tonnen CO2.

  • Buche

Baumhöhe 35 m, Alter 120 Jahre, BHD 50 cm, Trockengewicht 1,9 Tonnen, Kohlenstoffanteil 0,95 Tonnen.

Über den Umrechnungsfaktor 3,67 ergibt sich eine CO2-Absorption von 3,5 Tonnen CO2.

Eine Buche mit der gleichen Höhe und dem gleichen Durchmesser hat fast eine Tonne mehr CO2 gespeichert als eine Fichte. Dies liegt daran, dass die Holzdichte bei der Buche höher ist.

  • Mammutbäume

Das spezifische Trockengewicht des Holzes liegt bei Mammutbäumen bei 0,39-0,45 Tonnen pro Kubikmeter Rauminhalt, die Rohdichte ist also vergleichbar mit dem der Fichte.

Nimmt man nun den Rauminhalt von 1.485 Kubikmetern des größten lebenden Exemplars, geht von einem spezifischen Trockengewicht von etwa 0,4 t/m3 aus, dann hat dieser Baum ein Trockengewicht von 594 Tonnen. Die Hälfte davon, also 297 Tonnen, sind Kohlenstoff, welche etwa 1.090 Tonnen atmosphärisches CO2 gebunden halten.

Nun gehen wir bei unserer Berechnung nicht von 2.000 Jahre alten Baumriesen wie dem „General Sherman Tree“ aus, der im kalifornischen Sequoia-Nationalpark steht. Unser Berechnungsmodell legt einen Betrachtungszeitraum von etwa 100 Jahren zugrunde und orientiert sich an den in Deutschland stehenden Exemplaren.

Die 30 dicksten Mammutbäume in Deutschland sind zwischen 100 und 150 Jahre alt. Nimmt man deren Durchschnittswerte, so erhält man als Orientierungsgröße bei einer mittleren Höhe von 37 Metern und einem mittleren BHD von 2,8 Metern ein Volumen an Biomasse von etwa 110 Kubikmetern.

110 cbm Biomasse x 0,4 t/m3 = 44 t Trockengewicht (50% davon Kohlenstoff)

22 t Kohlenstoff x 3,67 => 80,74 t CO2-Absorption

Natürlich verteilt sich das Volumenwachstum des Holzes nicht linear über die 150 Jahre und wir wollen auch unsere Klimasünden nicht über diesen langen Zeitraum kompensiert sehen. Daher für alle interessierten Leser, die nicht schon nach den ersten Zeilen aufgehört haben, diesen halbwissenschaftlichen Ergüssen zu folgen, hier nun die Herleitung unserer

CO2-Kompensations-Milch-Mädchen-Rechnung:

1 Mammutbaum, Alter 150 Jahre => 80 t CO2-Absorption (abgerundet)

1 Mammutbaum, Alter 99 Jahre => 50 t CO2-Absorption (linear, abgerundet)

1 ArtenReich-KlimaWald-Mammutbaum => 5 t CO2-Absorption (exponentiell-degressiv, abgerundet und altersbereinigt; risikogewichtet unter Berücksichtigung von Standort-, Länder-, Rechts- und Klimawandelrisiko )

  1. Warum stehen auf meinem KlimaWald-Zertifikat ganz andere Daten?

Da wir keine halben Bäume pflanzen können und wollen, passen wir je nach gewünschter CO2-Menge und gepflanzten Bäumen die Kompensationsdauer linear an. Hierbei bedienen wir uns jedoch des einfachen „Dreisatzes“, der kein exponentielles Wachstum berücksichtigt.

ja, jetzt CO2 kompensieren!