Trauben-Eichen

  • Gattung / Art / Sorte: Trauben-Eiche
  • Botanischer Name: Quercus petraea
  • Wuchshöhe: 40 Meter
  • Brusthöhendurchmesser: über 4 Meter
  • Lebensalter: über 1.000 Jahre
  • Pflanzgebiete: Led (siehe unten)

Man sagt, Eichen kommen 300 Jahre, stehen 300 Jahre und vergehen 300 Jahre. Sie sind der Inbegriff von Standfestigkeit, Kraft und Stärke. So gilt das Eichenblatt als Symbol für Beständigkeit, daher auch seine Darstellung auf vielen Münzen, Wappen und Urkunden.

Trauben-Eiche, die auch Winter-Eiche genannt wird, und Stiel-Eiche sind botanisch sehr eng verwandte Arten.

Obwohl die Gattung Quercus über 320 Arten umfasst, die in Europa, Nordamerika und dem westlichen Asien verbreitet sind, spielen in unseren Breitengraden drei eine wesentliche Rolle: Die Trauben-Eiche, die Stiel-Eiche sowie die im Jahre 1691 in Europa aus Nordamerika eingeführte Rot-Eiche.

Die Trauben-Eiche ist nach der Stiel-Eiche die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Eichenart.


In der kulturge­schichtlichen Entwicklung Zentraleuropas spielt die Eiche seit der Steinzeit eine große Rolle, in Religion und Mythologie, als Baustoff, als Viehweide und vieles mehr. Bei den Römern galt die Eiche als Überfluss- und Wohlstandssymbol für das  „goldene Zeitalter“.

Für viele Kulturen ist die Eiche der Archetyp für Stär­ke und Männlichkeit. Während andere Baumarten sich Windböen oder Schneedruck beugen, stemmen Eichen sich beharrlich gegen die Naturgewalten. Ih­re starre, kompromisslose Baumarchitektur bleibt aber deswegen selten ungebrochen. Eichen bilden nach einer Bruchverletzung meist keine Sekundär­krone mehr aus. An einer Abbruchstelle bleibt eine grobe Wunde zurück, die kaum überwallt wird. Im Al­ter wirken viele Eichen trutzig und unnahbar; oft ist nur noch der wuchtige Stamm von der einstigen Pracht übrig, nicht selten ist er sogar vollständig aus­gehöhlt.

Bereits Heilkundige der Antike kannten und schätz­ten die blutstillenden Eigenschaften der Eichenrin­de. Die Volksmedizin in Mitteleuropa und Vorder­asien bediente sich zur Drogenherstellung über Jahrhunderte in vielschichtiger Weise lokaler Eichen. In der Volksheilkunde kamen traditionell Eichenblät­ter, Eichenrinde und Eichensamenin unterschiedlichen Aufbereitungs- und Darbietungsformen zur Anwen­dung. Die Gewinnung, Drogenbereitung und der Ein­satz Quercus-haltiger-Drogen ist seit dem frühen Mit­telalter durch klösterliche Aufzeichnungen gut belegt.


Eichen werden auch als Tierheim der Natur bezeichnet. Keine andere Baumart ist für so viele Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, da sie wegen ihrer lichteren Kronen besonders reich an licht- und wärmebedürftigen Arten sind. Beispielsweise kommen von den Großschmetterlingen 179 Arten an Eiche, aber nur 28 Arten an Fichte und von den holzbesiedelnden Käfern 900 Arten an Eiche und nur 300 Arten an Fichte vor.

Der Hirschkäfer, als größter Käfer Mitteleuropas, bevorzugt Eichenwälder als Habitat und Basis für seine Flüge, als Saftspender, Paarungsort und Versteckmöglichkeit. Auch der Eremit, eine äußerst seltene Käferart, entwickelt sich in sogenannten Mulmhöhlen, wie sie beispielsweise alte knorrige Eichen aufweisen können. Andere baumhöhlenbewohnende „Untermieter“ wie Mittelspecht, Halsbandschnäpper und Fledermäuse finden in Eichenwäldern dauerhafte Lebensstätten.


Bäume im Projektgebiet „Lederhose“: