Sommer-Linden

  • Gattung / Art / Sorte: Sommer-Linde (Großblättrige Linde)
  • Botanischer Name: Tilia platyphyllos
  • Wuchshöhe: 40 Meter
  • Brusthöhendurchmesser:  2 Meter (oder auch 9 Meter…)
  • Lebensalter: 2.000 Jahre

2.000 Jahre alt… 2 bis 9 Meter Stammdurchmesser…? Schon klar, alles Definitionssache…

Bei Linden verhält sich das ähnlich wie bei Edelkastanien: Irgendwann sind die Bäume so alt, dass selbst Fachleute rätseln, wie das Alter oder ein Stammdurchmesser zu bestimmen ist, wenn der Stamm innen hohl ist oder gar in mehrere Einzelstämme zerfällt bzw. durch Wurzelbrut sich selbst verjüngt.

Linden entwickeln manchmal noch in höherem Alter eine erstaunliche Vitalität. Ihre Langlebigkeit verdanken sie neuen Innenwurzeln, die im hohlen Stamm in Richtung Boden wachsen, sich dort verankern und eine junge Krone bilden, während der alte Baumstamm abstirbt und zerfällt. Neben der Verjüngung von innen heraus, wird auch ein „Weiterleben“ durch vegetative Vermehrung praktiziert, ähnlich der Zitterpappel-Klonkolonie Pando, deren Wurzelsystem auf ein Alter von 80.000 Jahren geschätzt wird oder der Fichte Old Tjikko, die es als Einzelbaum auf 9.950 Jahre bringen soll.

Die Blüten der Sommer-Linde sind aufgrund des hohen Zuckergehalts des Nektars eine sehr gute Bienenweide, die Honigerträge von rund 800 Gramm pro Blühsaison und Baum ermöglichen. 

Die jungen, noch weichen Lindenblätter sind essbar und eignen sich gut für Salat. Lindenblüten werden seit langem als Heilmittel verwendet und zählen seit Jahrhunderten zu den bekanntesten Hausmitteln.

Das Holz der Sommer-Linde wird vor allem in der Bildhauerei, der Schnitzerei und Drechslerei verwendet, da es relativ weich ist und sich gut bearbeiten lässt.

Linden sind im germanischen Glauben der Göttin Freya geweiht, der Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit. Im Zuge der Christianisierung Europas wurden viele „heidnische“ Eichen (dem Gott Thor geweiht) durch Linden im Dorfmittelpunkt als Versammlungsort und Gerichtsstätte ersetzt. Entsprechend gibt es in einigen Ortschaften sehr alte Exemplare, die es heute noch als sogenannte Tanzlinden oder Apostellinden zu bestaunen gibt. Gefunden und bestaunt haben wir im Rahmen unserer Expedition zu uralten Bäumen im Jahr 2020 ein Exemplar im hessischen Schenklengsfeld und eines im bayerischen Effeltrich – wirklich sehenswert!


Bäume im Projektgebiet „Im Vogelgesang“:
Bäume in der ArtenReich-Baumschule:
  • ImV-Li2: Sommer-Linde

Baum-Pate werden? So geht’s.